Auf der Suche nach den Ursprüngen der gemeindlichen Versorgung der Stadt Traunstein stoßen wir zunächst auf die Anfänge der Wasserversorgung, die nach der Überlieferung noch bis zum Ausgang des Mittelalters zurückreichen.
Lange vor der Errichtung des "Lindl-Brunnens" am Stadtplatz (früher "Schrannenplatz") im Jahre 1526 wurden sowohl der vorher am gleichen Platz stehende hölzerne Brunnen, wie auch die damalige Roßschwemme aus den Bürgerwald- und Schwobergraben-Quellen gespeist. Weitere öffentliche Brunnen, sogenannte Freibrunnen, im Stadtkern, wurden ab 1549 bis nach 1850 ebenfalls an eine "Bürgerwaldleitung" angeschlossen. Die herzogliche Veste, das damalige Bürgermeisterhaus und das Schloss Neugereut als Wohnsitz des Pflegers hatten seit 1517 bzw. 1559 eigene Wasserversorgungen aus dem Bürgerwald mit seinen Quellen.
Nach Errichtung der Saline im Jahr 1619 versorgten die Bürgerwaldquellen bis in die 50er Jahre unseres Jahrhunderts auch die Hofmark Au mit Trinkwasser. Aus der "Sparzerleitenquelle" wurde seit frühester Zeit der Stadtteil unterhalb des Vorberges über einen Freibrunnen an der Ecke Schützen-/Scheibenstraße mit Trinkwasser versorgt. Die Zuführung des Trinkwassers aus all diesen Quellbereichen erfolgte noch ausschließlich über Holzdeichen, und zwar direkt, das heißt ohne zwischenliegende Reservebehälter.
Beginnend im Jahre 1836 wurden im Auftrag der Stadt Traunstein die auf dem linken Traunufer zutage tretende "Mesnerangerlquelle" und die "Hintermühlquelle" (etwa auf Höhe des heutigen Unterwerks l der Stadtwerke und des Chiemgau-Gymnasiums) gefasst und über zwei hölzerne Reservebehälter unterhalb der Mittermühle (jetzt Anlagen der Stadtwerke Klosterstraße 6) zur Speisung weiterer, öffentlicher Brunnen, Taubenmarktbrunnen und Fischbrunnen in der Altstadt, eingesetzt.
Hier bestand noch ein weiteres Sammelbecken auf der östlichen Stadtmauer am Ende der Schaumburgerstraße, das über ein Triebrad bei der damaligen Mittermühle gespeist wurde. Zu dieser Zeit gab es schon die ersten Hausanschlüsse an die städtischen Wasserleitungen im Stadtkern und später auch im neuen Stadtteil westlich des oberen Stadttores.
Ab 1878 hat die Stadt im Pachtweg auch Wasser aus der westlichsten der sieben im Schwober-Brunnholz am Hochberg entspringenden Quellen bezogen. Der untere Stadtteil "Wiese" wurde über zwei öffentliche Brunnen aus der an der Weinleite entspringenden und 1883 von der Stadt erworbenen "Kendlangerquelle" mit Trinkwasser versorgt. Die Nutznießer von Hausanschlüssen hatten damals einen Pachtzins (nach sogenannten "Steften" errechnet) für die Wasserversorgung zu entrichten; die Entnahme aus öffentlichen Brunnen blieb kostenfrei.
Den nächstjüngeren Zweig der kommunalen Versorgung der Stadt Traunstein bildet eine erste, gemeindliche Straßenbeleuchtung mit den damaligen "Unschlittlaternen" (Unschlitt: ein Ölprodukt). Die Zeichnung einer solchen "Traunsteiner Unschlittlaterne" befindet sich im Hauptstaatsarchiv in München. Im Jahre 1789 wurde der Schrannenplatz der Stadt zur Nachtzeit erstmals mit drei Unschlittlaternen beleuchtet. 1817 erfolgte die Installierung von 24 Laternen mit Unschlittlampen. Diese mussten von den städtischen Laternenanzündern jeweils angezündet werden, "...aber nicht in hellen Mondnächten" - aus Gründen der Sparsamkeit.
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